Silbermünze von 1623


Bei einem Spaziergang vor ungefähr 30 Jahren, etwa im Jahr 1975 also, wurde in Thierhaupten ca. 100 m nördlich der Brücke über die Friedberger Ach eine recht gut erhaltene Silbermünze gefunden. Die Münze hat den eingeprägten Wert von 3 Kreuzern.

Reichsapfel und mehr

Die Vorderseite zeigt den Reichsapfel mit der Ziffer 3 und die umlaufende Umschrift: MON•NO•ARG•AD•IMP II•LG•CUSA was in der Auflösung vermutlich als MON(eta)•NO(va)•ARG(entea)•AD•IMP(er)•II L(e)G(em)•CUSA zu lesen ist und einen Hinweis auf den Münzort gibt.Die Rückseite trägt den Adler mit Zollernschild und der Umschrift: J•E•D•G•MAR•BR•DUX•PRUSB•N•1623•

Markgraf Joachim Ernst

In diesem Fall bedeutet die Auflösung vermutlich: J(oachim)•E(rnst)•D(eo)•G(ratias)•MAR(kgraf)•BR(andenburg)•DUX•(=Herzog?)•PRUSB• (=Preußen?). Joachim Ernst war von 1603 – 1625 Markgraf von Brandenburg - Ansbach. Die Münze trägt außerdem die Jahreszahl 1623, stammt also aus der Zeit des Dreißigjährigen Krieges. In den religiösen Konflikten tendierte Joachim Ernst mehr zur protestantisch-calvinistischen Seite. Er war Mitbegründer eines protestantischen Bündnisses, das 1608 im säkularisierten Kloster Auhausen bei Nördlingen, das zu seinem Herrschaftsbereich gehörte, gegründet wurde. Bald nach Ausbruch des Dreißigjährigen Krieges löste sich das Bündnis angesichts der militärischen Übermacht der kaiserlichen Seite aber schon wieder auf. Interessant ist in diesem Fall vielleicht auch der Hinweis von F. Hölzl, dass sich in der Nähe des Fundortes in Thierhaupten der sog. „Schwedenbrunnen“ befindet.