Scheibenfibel mit Pfau

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Zu schön für die Schublade

Bereits im November 2002 wurde diese karolingisch-ottonische Scheibenfibel aus Bronze beim Bau der B17 nahe Langweid a. L. gefunden und im Jahr 2020 dem Arbeitskreis für Vor-und Frühgeschichte geschenkt. Die Nadelkonstruktion, mit der die Fibel wie eine Brosche getragen werden konnte, ist ausgebrochen. Vielleicht ist die Fibel deshalb vor etwa 1200 Jahren verloren gegangen. Der Verlust wird den Träger oder die Trägerin hart getroffen haben!

Emailscheibenfibel in Grubenschmelztechnik

Die sehr gut erhaltene runde Emailscheibenfibel hat ein erhöhtes Zierfeld, das von einem gegossenen Perlrand umgeben ist. Das Motiv ist in Grubenschmelztechnik ausgeführt. Dabei wurden in eine starke Trägerplatte flächige Vertiefungen eingebracht, die mit Email in den Farben gelb, grün, blau und rot aufgefüllt wurden.

Der Pfau als christliches Symbol

Das Medaillon zeigt einen Pfau mit Federkrone auf dem Kopf. Die Schwanzfedern sind zu einem Rad geschlagen. Im Schnabel trägt der Pfau einen Olivenzweig oder eine stark stilisierte Weinranke. Schon im frühen Christentum ist der Pfau auf Sarkophagen und in der Katakombenmalerei zu finden. Er steht für Unvergänglichkeit und das Paradies. Auch im frühen Mittelalter sah man im Pfau einen Hinweis auf die Unsterblichkeit Christi. Man glaubte nämlich, das Fleisch des Pfaus könne nicht verwesen. Im irischen Book of Kells um 900 n.Chr. sind Pfauen häufig als Attribut von Christus dargestellt. Sie schauen dort oft auf eine Hostie, die das Symbol der Eucharistie ist. Darauf könnte auch die kleine rote Rundel links hinter dem Pfau hinweisen.

Literatur