Römische Terra Sigillata


Bodenscherbe aus Terra Sigillata mit Töpferstempel

Zahlreiche Lesefunde belegen die Anwesenheit der Römer seit der Mitte des 1. Jahrhunderts n. Chr. im Norden von Westendorf. Besonders hilfreich bei der Datierung einer archäologischen Fundstelle sind natürlich Münzen. Aber auch Terra Sigillata mit Dekor oder sogar mit dem Stempel eines Töpfers versehen, sind sehr gut geeignet, um eine Scherbe und damit auch die Fundstelle zeitlich einzuordnen. Eine Bodenscherbe mit einem nur noch fragmentarisch erhaltenen und schwer lesbaren Stempel, den William Farquhar bei einer seine zahlreichen Feldbegehungen aufsammelte, machte uns allerdings große Schwierigkeiten beim Entschlüsseln. Helmut Bender, Passau, jedoch gelang die Zuordnung und Datierung:

SACIRAPO oder SACRAPUS aus Lezoux

„Der gesuchte Töpfer ist SACIRAPO oder SACRAPUS aus Lezoux. Die zweite Namensform ist wohl bei dem Westendorfer Stempel richtig, denn das P lässt sich ungefähr ausmachen und vom O ist gerade noch der mittlere Bogen erhalten.
Es gibt die Namensformen SACRAPO F(ecit) auf der Sigillataform Dragendorff 18/31, SACRAPO auf einer Dragendorff 18. Zeit nach Oswald: Antonine, d.h. antoninisch, also mittleres Drittel des 2. Jahrhunderts n. Chr.“ .