Gürtelschnalle des 4. Jahrhunderts

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Rettungsgrabung in der Kiesgrube

Nordöstlich der Gemeinde Westendorf musste 1974 eine Rettungsgrabung in einer Kiesgrube durchgeführt werden. Der Arbeitskreis für Vor- und Frühgeschichte legte bei der Ausgrabung eines spätrömischen Friedhofes noch 35 Gräber frei. Reste weiterer Bestattungen zeigten, dass bereits ein Großteil der Gräber in früheren Jahren durch unbeobachteten Kiesabbau vernichtet worden war.

Beigaben des 4./5. Jahrhunderts

Die Gräber waren insgesamt nur spärlich mit Beigaben ausgestattet. Dennoch konnte in Grab 16 ein interessanter Fund geborgen werden. Es handelt sich um eine bronzene Gürtelschnalle, die beiderseits der Dornachse stilisierte Tierköpfe aufweist. Links und rechts der Schnallenauflage sind zwei weitere entgegegesetzte Tierköpfe dargestellt. Die Oberfläche des Schnallenrahmens ist durch gepunzte Kreisaugen und Schrägkerben verziert. Die gerundete Bügelober- und unterseite hat stilisiertes Pferdehaar in Form eng aneinandergereihter Kerben. Bereits zum Zeitpunkt der Ausgrabung erfolgte eine Datierung in das 4. Jahrhundert. Dies konnte 8 Jahre später, bei einer weiteren Grabung an gleicher Stelle, durch einen Münzfund bestätigt werden. Dabei handelte es sich um einen Centenionalis des Kaisers Gratian (367 -375 n. Chr.), geprägt in Lugdunum (Lyon).