Tuchplombe aus Blei

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Tuchplombe aus Blei

Seit dem 13. Jahrhundert wurden die zu Ballen gebundenen Stoffbahnen durch Gildemeister der jeweiligen Weberzunft mit Scheibenstiftplomben aus Blei und mittels Plombierzangen versiegelt.
Auf diese Weise konnte eine festgelegte Qualität der verhandelten Stoffe garantiert werden.
Auf den kleinen Bleiplomben sind die Hausmarken der Tuchmacher und Färbereien, oder der Handelshäuser, beziehungsweise die Wappen der für die Qualität bürgenden Städte oder Länder eingeprägt.
Die vorliegende Tuchplombe wurde bei einer Feldbegehung auf einem Acker bei Diedorf aufgelesen. Sie ist gut erhalten und trägt auf einer Seite eine aus mehreren Initialen zusammengesetzte Marke und auf der Rückseite den Buchstaben A. Das A könnte Hinweis sein auf eine Herkunft aus Augsburg (oder Amsterdam?).

Die Augsburger Textilbranche

Die traditionsreiche Augsburger Barchent – und Leinenweberei hatte unter den Folgen des Dreißigjährigen Krieges schwer gelitten. Zählte man im Jahr 1612 noch 3024 Meister, so verringerte sich die Zahl bis zum Jahr 1649 auf 500 Meister. Auch in den folgenden Jahrzehnten blieb die Zahl der Weber auf niedrigem Niveau. 1662 sind 735 Webermeister in der Stadt Augsburg nachweisbar und noch 1811, also etwa 200 Jahre nach Ausbruch des verheerenden Krieges, zählte man nur 547 Meister. Ein Grund für diesen Rückgang war aber auch die fehlende Nachfrage aus dem Ausland.

Aufschwung durch Innovation

Dennoch konnte sich das Augsburger Textilgewerbe seit dem Ende des 17. Jahrhunderts dank technischer Innovationen beim Kattundruck zur hohen Blüte entwickeln. Handelsgesellschaften aus England und Holland brachten Baumwollgewebe aus Ostindien. Die Augsburger Kattundruckerei wurde zum führenden Sektor des Textilgewerbes.

Gignoux und andere

Wichtige Namen in der Augsburger Textilbranche, beim Kattundruck und Handel sind beispielsweise:
Gignoux, Schüle, Zackelmayer, Schoeppler & Hartmann, Wohnlich, Goldschmidt, Harder, Obwexer, Köpf, Wohnlich & Froelich.

Literatur