Gnadenpfennig oder Medaillenkleinod

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  • Gustav Adolf Portrait cc_A
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Gnadenpfennig oder Miniaturmedaillenkleinod

Der kleine ovale Anhänger wurde vor vielen Jahren beim Bau der Anschlussstelle der A8 bei Hirblingen gefunden. Er ist aus Bronze gegossen und sehr gut erhalten. Die Öse ist leider ausgebrochen. Auf der Schauseite prangt ein Portrait von Gustav II. Adolf, dem Schwedenkönig. Die Rückseite zeigt die Initialen G und A unter einer Krone, umrankt von einem Lorbeerzweig links und einem Palmwedel rechts. Ähnliche Stücke wurden im 17. Jahrhundert als Gnadenpfennige oder Miniaturmedaillenkleinod bezeichnet. Es könnte sich um eine soldatische Tapferkeitsauszeichnung handeln. Die vorliegende Medaille wird datiert auf 1632-1634.

Gustav II. Adolf von Schweden (1594 – 1632)

Gustav II. Adolf aus dem Haus Wasa war von 1611 bis 1632 König von Schweden und eine der wichtigsten Figuren der schwedischen Geschichte und des Dreißigjährigen Krieges. Sein Eingreifen in den Dreißigjährigen Krieg in Deutschland verhinderte einen Sieg des kaiserlich-katholischen Lagers der Habsburger und sicherte damit indirekt die Existenz des deutschen Protestantismus. In einer der Hauptschlachten des Dreißigjährigen Krieges, der Schlacht bei Lützen verlor der Schwedenkönig auf dem Schlachtfeld sein Leben.

Der dreißigjährige Krieg (1618 – 1648)

Der Dreißigjährige Krieg war ein Kampf um die Vormachtstellung im Heiligen Römischen Reich und in Europa. Er begann als Religionskrieg und endete als Territorialkrieg. Der Prager Fenstersturz vom 23. Mai 1618 gilt als Auslöser des Krieges. Der Aufstand der protestantischen böhmischen Stände brach damit offen aus. Am 24. Oktober 1648 endete der Krieg, dessen Feldzüge und Schlachten überwiegend auf dem Gebiet des Heiligen Römischen Reiches stattgefunden hatten. Die Kriegshandlungen und die durch sie verursachten Hungersnöte und Seuchen hatten ganze Landstriche verwüstet und entvölkert. In Teilen Süddeutschlands überlebte nur ein Drittel der Bevölkerung.

Die Schlacht bei Zusmarshausen

am 17. Mai 1648 war die letzte große Feldschlacht des Dreißigjährigen Kriegs, die auf deutschem Boden ausgetragen wurde. Die Truppen des Kaisers Ferdinand III. und des bayerischen Kurfürsten Maximilian I. wurden von der vereinten französischen und schwedischen Armee geschlagen und zum Rückzug gezwungen. In der Folge wurde Bayern von den Schweden und Franzosen verwüstet.

Literatur