Silexdolch aus Westheim

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Ein sensationeller Fund

Schon 1968 entdeckte der achtjährige Christoph beim Spielen am Bach in Westheim diesen prächtigen Dolch aus Feuerstein. Es handelt sich um eine lanzettförmige Klinge mit regelmäßiger Retusche an beiden Kanten, die oben und unten eine Spitze formen.
Am Ende einer Seite ist die Kante kaum merklich eingezogen, hier darf man den Ansatz einer Gríffzunge vermuten. Am anderen Ende, also an der Dolchspitze, erkennt man einen alten, langen, seitlichen Ausbruch. Ober und Unterseite sind teilweise durch ungleichmäßige Flächenretusche zugerichtet.

Waffe oder Werkzeug?

Solche Dolche gehören in das späte Neolithikum (um 2700 v. Chr.). Nicht sicher ist die ausschließliche Verwendung als Waffe. Auch eine Funktion als Gebrauchsmesser ist denkbar. Gebrauchsspuren in Form von Nachschärfungen sind belegt und es gibt in Frankreich auch Hinweise auf die Bearbeitung von Pflanzen. Vergleichbare Dolche sind in Bayern mehrfach belegt.

Rosa Feuerstein mit grauer Rinde

Besonders beachtenswert ist das Material des Dolches. Für den Dolch wurde mittelbrauner bis rosafarbener Plattenhornstein verwendet. Auf beiden Seiten des Dolches ist flächig noch die hellgraue Cortex oder Rinde, also die alte Steinoberfläche, erhalten. Nach neueren Erkenntnissen kann das Abbaugebiet in der südlichen Frankenalb verortet werden. In Ochsenhart, Lkr. Weissenburg i. Bayern, sind im „Dachkieselhorizont des Malm Zeta 1 mehrere Schlagplätze“ bekannt, die beigen und rostroten Plattenhornstein führen.

Literatur