Perle mit Gesicht


Römische Mosaikperle aus Westendorf

Westendorf hat eine römische Vergangenheit. Die Anwesenheit der Römer in und um Westendorf seit der Mitte des 1. Jahrhunderts n. Chr. ist mehrfach durch Lesefunde und Grabungen belegt. Bei diesem seltenen Stück handelt sich um eine römische Mosaikperle mit Gesichtsdarstellungen. Die Perle hat einen Durchmesser von 14,7 mm bei einer Höhe von 13,8 mm und ist oben und unten leicht abgeflacht. Die Grundfarbe ist weiß. Um die Bauchung zieht sich ein einzoniges rotes Band mit drei Gesichtsdarstellungen im schwarzen Rahmenfeld.

Vom anderen Ende des Römischen Reiches

Die Gesichtsperle von Westendorf stammt ursprünglich allerdings vom anderen Ende des Reichs. Sie ist in der sogenannten Millefiori-Technik gearbeitet. Die beherrschte man damals nur im Orient. Die Perle stammt wohl aus dem ostmediterranen Raum, vermutlich aus Ägypten, und datiert in das 1. Jahrhundert n. Chr.

Seltener Fund – wenig Vergleichsstücke

Solche Gesichtsdarstellungen sind relativ selten. Trotz fehlender Beifunde ist am ehesten ein früher römischer Kontext anzunehmen. Alternativ kann auch an eine Wiederverwendung als Beigabe in einem mittelalterlichen Grab gedacht werden. Die mehrzonigen Gesichtsperlen, für die ein Vertreter aus dem Gräberfeld von Straubing-Bajuwarenstraße vorliegt, datieren spätantik.

Perle aus dem Römerlager Augsburg - Oberhausen

Eine recht ähnliche Gesichtsperle, die im Zusammenhang mit den Metallfunden von Augsburg-Oberhausen unter der Fundnummer 156 geführt wird, ist im Augsburger Museum „Römerlager“ ausgestellt. Auch diese Perle zeigt ein umlaufendes Band. Darin befinden sich sechs Gesichter aus weißer und schwarzer Glasmasse. Sie wird in die Zeit des Kaiser Augustus datiert, der von 63 v. Chr. bis 14 n. Chr. lebte.

Abb. 2: Aufsicht und Seitenansicht mit Abrollung der Bandzone (Zeichnung: B. Köhler).

Literatur