Neuzeit und Moderne

1800 - 2000

Der Beginn der Epoche ist geprägt von den Kriegen Napoleons gegen Europa. Mitte des 19. Jahrhunderts erhob sich auch in Deutschland das Volk gegen die Unterdrückung des Adels in den Aufständen von 1848. Nach dem Sieg über Frankreich 1870/71 wurde die Kleinstaaterei in Deutschland beendet. Es bildete sich ein Kaiserreich unter preußischer Führung. Zur gleichen Zeit entstanden Großstaaten in Europa (Donaumonarchie Österreich, Deutschland, England). Mehrere europäische Staaten annektierten gewaltsam Länder in Afrika und Asien, um sie als abhängige Kolonialstaaten auszubeuten. Zu Beginn des neuen Jahrhunderts entstand ein Buhlen um die Weltherrschaft zwischen England und Deutschland. Nach dem Attentat auf den österreichischen Thronfolger erfolgte der Ausbruch des ersten Weltkrieges. Die Niederlage der Verbündeten Österreich und Deutschland im Kampf gegen halb Europa (am Ende noch Eintritt der USA in den Krieg) führte zu katastrophalen Verlusten, Millionen von Toten und Abtretung großer Gebietsflächen an die Sieger. Die gleichzeitig noch verhängten, ungerecht hohen Reparationszahlungen vor allem für Deutschland waren der Grund, dass durch hohe Arbeitslosigkeit verbunden mit einer Verarmung der Bevölkerung die nationalsozialistische Partei an die Regierung kommen konnte. Sie führte das Volk in einen zweiten, noch brutaler geführten Weltkrieg mit noch höheren Verlusten an Toten. Es kam zu einer totalen Zerstörung der Städte durch die verbündeten Alliierten und nach großen Gebietsabtretungen zur Vertreibung von Millionen von Flüchtlingen aus ihrer Heimat.

Die letzten 200 Jahre der Neuzeit von 1800 bis 2000 sind seit längerer Zeit Gegenstand archäologischer Forschung. Ein spezielles Thema dieser Untersuchungen sind kulturelle Aspekte, Täter/Opfer Dokumentationen (Bsp. Katyn , es konnte nachgewiesen werden, dass nicht die deutsche Wehrmacht, sondern Stalin Tausende polnischer Offiziere hinrichten ließ). Untersuchungen technischer Art. (Bsp. Größe, Herkunft und Verformung von Bleikugeln aus den Napoleonischen Kriegen) können klären, ob es sich um Schüsse aus naher Entfernung (Hinrichtungen) oder größeren Distanzen handelt.

Die Schlachtfeldarchäologie.

Weitere Forschungsaufgaben dieser als „Schlachtfeldarchäologie“ bezeichneten jungen Forschung sind die Aufklärung menschlicher Schicksale bei der Untersuchung der Grabgruben von Lazaretten oder die Kartierung von Schlachtfeldern  verschiedener Zeitepochen im Vergleich mit den überlieferten Geschichtsquellen. Die Untersuchung von Konzentrationslagern oder geheimen Produktionsstätten des letzten Weltkrieges haben auch im Augsburger Raum (Horgau, Gablingen und Scheppacher Forst, Geheimwerk Kuno) wichtige Beiträge zur Klärung von Themen gebracht, die nur vom „Hörensagen“ bekannt waren.

> Karte Fundstellen: Neuzeit und Moderne


Duellpistole aus Horgau

Die Waffe ist in schlechtem Zustand, die Holzteile sind geborsten und teilweise weggebrochen. Der Lauf sowie die Beschläge aus Stahl sind mit einer dicken Rostkruste überzogen. Deutlich erkennbar sind noch Partien der Steinschlosszündung. Anhand der Stellung der Batterie ist ausserdem zu sehen, dass die Waffe abgeschlagen ist.

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Feldflasche aus dem 1. Weltkrieg

Die Feldflasche stammt aus der Zeit um den 1.Weltkrieg. Sie ist aus Eisenblech und hatte ursprünglich wohl einen Filzbezug und Ledergurte, die aber längst verloren und vergangen sind. Solche Trinkflaschen wurden in Deutschland hergestellt, andere Nationen verwendeten eher Aluminiumblech.

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Ofenkachel mit Ritter aus Burgwalden

Eine Ofenkachel mit Ritter Den sicher gehobenen Wohnstil mit Kachelöfen belegen nicht nur das Fragment dieser Ofenkachel mit einer Ritterdarstellung, sondern auch Fragmente von Schüsselkacheln, Krügen, Schüsseln, Trinkgläsern und mehr.
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