Münchshöfener Kultur

4400 - 4100 v. Chr.

MHK – Münchshöfener Kultur: Am Ende der im Wesentlichen noch einheitlich ausgeprägten Linienbandkeramischen Kultur (LBK) kommt es zu einer Aufgliederung und Regionalisierung des Kulturraumes. Dies lässt sich ablesen an den neuen Formen und Verzierungsstilen der Keramik. Die nachfolgende Rössener Kultur und die Stichbandkeramische Kultur lassen die LBK Tradition teilweise noch erkennen.

Ab etwa 4800 v. Chr. entwickelt sich jedoch eine sehr eigenständige Keramik und Kultur, die als „Südostbayerisches Mittelneolithikum“ (SOB) bezeichnet wird und im Landkreis Augsburg mit bisher 3 Fundstellen vertreten ist. Zu wirklich einschneidenden Veränderungen, deren Ursache noch nicht abschließend erklärt werden kann, kam es dann scheinbar um 4500 v. Chr., als sich eine ganz neuartige Kultur entwickelte. Fundstellen der nach einem Fundort bei Straubing benannten Münchshöfener Kultur (MHK) finden sich in weiten Teilen Bayerns. Auffällig ist der völlig neue Keramikstil. Meist lassen sich nun flache Gefäßböden nachweisen, die einen sicheren Stand ermöglichen. Alle früheren Kulturen kannten nur Gefäße mit runden Böden (Kümpfe), die man eingraben oder an Schnüren oder in Netzen aufhängen musste.
Als große Ausnahme ist hier der kleine Becher aus der LBK Siedlung in Langenreichen zu nennen, der vielleicht als ein Becher für Ritus und Kult bezeichnet werden kann.

Kennzeichnend für die MHK sind auch die Pilzschultergefäße, die mit höchst komplizierten geometrischen Mustern verziert sind.
Im Lechtal kann man bisher 12 Fundstellen der MHK nennen. Die Fundstellen von Blankenburg (Siedlung) und Langenreichen (Erdwerk) sind bei Ausgrabungen des Arbeitskreises entdeckt und dokumentiert worden.

> Karte Fundstellen: Münchshöfener Kultur

Pilzschulterbecher aus Blankenburg

Als eines der schönsten Gefäße aus der Ausgrabung Blankenburg kann wohl der für die Münchshöfener Kultur ganz typische Pilzschulterbecher angesehen werden. Die Bezeichnung wird von seiner Form, welche einem Pilz ähnlich ist, abgeleitet.

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Mehl von der steinernen Schiebemühle

Älter als die Viehhaltung ist der Anbau von Getreide und Hülsenfrüchten. Nach dem Dreschen, dem Sieben und Worfeln mussten die Körner noch entspelzt werden. Auf Reibsteinmühlen konnte dann endlich das Korn zu Mehl gemahlen werden.

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