Grab 6 Blankenburg


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Grab 6

Der Anthropologe Dr. Peter Schröter beschreibt die Bestattungen: “In der unter der maschinell freigelegten Oberfläche fast 40 cm in den gewachsenen Boden eingetieften Grabgrube ONO(Kopf)-WSW orientierter linker Hocker erwachsener, spätadulter oder frühmaturer Mann. Oberkörper halb auf den Bauch gedreht. Anscheinend beide Arme spitzwinklig, der rechte sehr spitzwinklig gebeugt (Armhaltung A); Oberschenkel stumpfwinklig (schwach) angehockt, Unterschenkel spitzwinklig an die Oberschenkel angezogen (Beinhaltung C). Ferner zwei mehrdeutige Knochen, ein linker oberer Milcheckzahn und, unterhalb der Unterschenkel des Mannes, ein krankhaft veränderter rechter Oberarmschaft wohl desselben Individuums: etwa 1,5 – 2jähriges Kind (Infans I).
Rumpfbereich gestört, offenbar durch Beraubung. Kleinere Knochen teilweise weit verlagert. Im südöstlichen Teil der Grabgrube in Höhe des Oberkörpers eckige Verfärbung (Raubschacht?). Metallfragment am Schädel (korrespondiert mit der deutlichen Grünverfärbung hinter dem rechten Warzenfortsatz), am rechten Unterarm Armspirale (intensive Grünverfärbung von Elle und Speiche), direkt daneben Nadel mit der Spitze nach oben und Spiralröhrchenfragmente (deutliche Grünverfärbung am oberen rechten Humerusschaft). Linke Unterarmknochen grün verfärbt, der verursachende Metallgegenstand fehlt. Weitab verlagerte Spiralröhrchenbruchstücke wenige Zentimeter unter Planum 1 am westlichen Grabgrubenrand.
Wie bei allen tiefer in den gewachsenen Boden eingesenkten Blankenburger Gräbern auch in der Verfüllung von Grab 6 relativ viele Streufunde, größtenteils wohl aus der Münchshöfener Besiedlung des Geländes, aber auch der bislang einzige endneolithische Fund der Grabung, die Wandscherbe eines stempelverzierten Glockenbechers . Glockenbecherscherben hier und da auch von anderen älterfrühbronzezeitlichen Bestattungsplätzen Süddeutschlands belegt (beispielsweise Remseck-Aldingen, Kr. Ludwigsburg: Krause 1987, 61), Interpretation allerdings nicht immer so eindeutig wie bei Nördlingen-Nähermemmingen, Lkr. Donau-Ries, wo einige Gräber in glockenbecherzeitliche Siedlungsgruben eingetieft waren (Ruckdeschel 1978 KB 156 Abb. 26).
Schleifennadel mit Scheibenkopf, sog. Horkheimer Nadel. Armspirale.”

Peter Schröter, Neue Zeit und alte Sitten. Das frühbronzezeitliche Gräberfeld in Blankenburg,
in: Gisela Mahnkopf (Hrsg.), Geschichte aus dem Boden – Archäologische Ausgrabungen in Blankenburg,
Sonderband zum 33. Jahresbericht des Heimatvereins für den Landkreis Augsburg e.V., Augsburg, 2013.

> Karte Fundstellen: Grab 6 Blankenburg

Spiralröhrchen aus Grab 6 Blankenburg

In fünf Blankenburger Gräbern sind geringe Reste von Blechröhrchen, -Blechttutuli und Spiralröhrchen überliefert. Wegen der Beraubung, aber auch wegen des schlechten Erhaltungszustandes lässt sich die ursprüngliche Anzahl leider nicht mehr beurteilen.

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