Feldbegehung

Archäologie ohne Spaten
Feldbegehung!
Gisela Mahnkopf

Das Begehen eines abgeernteten Feldes ohne zusätzliche Hilfsmittel, ein Survey, ist die einfachste und gleichzeitig die älteste Methode zur archäologischen Prospektion.

Prospektionsmethoden

Andere Prospektionsmethoden, die heute zur Entdeckung und möglichst flächendeckenden Erfassung von bislang unbekannten archäologischen Befunden, aber auch zur zerstörungsfreien Erkundung von bereits bekannten Bodendenkmälern angewendet werden, sind die altbewährte Luftbildarchäologie mit Flugzeug oder sogar mit Satellit, bei der Bodendenkmäler untere anderem durch Schatten- und/oder Bewuchsmerkmale erkannt werden können, sowie geophysikalische Prospektionsmethoden.

Eine erweiternde Ergänzung zur Luftbildarchäologie ist die Airborne Laserscanning Methode (ALS bzw. LIDAR) zur Erstellung eines Digitalen Geländemodells. Dabei werden von Fluggeräten aus optische Systeme, Laserscanner, zur Vermessung von Landschaftsoberflächen und -strukturen. eingesetzt. Diese Methode kann auch über Waldgebieten eingesetzt werden, wo bisher die Luftbildarchäologie versagt hatte, weil mit einen guten Scanner sowohl die Baumkronen, als auch der Waldboden erfasst und dargestellt werden können.

Weitere Prospektionsmethoden

Weitere Prospektionsmethoden sind geophysikalische Methoden.
Die Bodenwiderstandsmessung oder geoelektrische Prospektion berücksichtigt die Änderung der elektrischen Leitfähigkeit des Erdbodens aufgrund von natürlichen oder anthropogenen Einschlüssen. Die Ergebnisse können in Karten dargestellt und dann auf archäologische Relevanz hin interpretiert werden.
Bei der geomagnetischen Prospektion, kurz Geomagnetik, wird nur die relative Änderung des Erdmagnetfeldes, bezogen auf einen Basispunkt, gemessen. Die Identifizierung magnetischer Anomalien aus dem Magnetogramm ermöglicht dann, in Karten dargestellt, eine Interpretation von Strukturen. Im Boden unsichtbar verborgene Materialien wie Eisenteile, Schlacken, Tonscherben, aber auch verrottete Baumpfähle, können magnetische Anomalien verursachen.
Eine Bodenradarmessung oder Georadar ist ein elektromagnetisches Verfahren, bei dem Impulse in den Boden gesendet und nach Reflexion an Objekten, Schichtgrenzen oder Einlagerungen wieder empfangen und aufgezeichnet werden. Als Einschränkung ist bei dieser Methode zu berücksichtigen, dass Schichtgrenzen zwischen Materialien mit sehr ähnlichen physikalischen Eigenschaften kein Signal reflektieren können und folglich nicht dargestellt werden.

Systematische Feldbegehung

Die systematische Feldbegehung ist allerdings die einzige Methode der zerstörungsfreien Prospektion, die beinahe jederzeit und ohne großen technischen Aufwand durchgeführt werden kann. Ohne einen einzigen Spatenstich, ohne Eingriff in den Boden können archäologische Befunde aufgespürt und über die Fundstücke oft zeitlich eingeordnet und datiert werden.

Feldbegeher haben ein geschultes Auge

Das geschulte, manchmal sicher auch glückliche Auge eines Feldbegehers erkennt sofort archäologische Fundstücke auf der Oberfläche eines abgeernteten und umgepflügten Ackers oder der frischen Erde eines Maulwurfshaufens in einer Wiese. Das können Knochen, Knochengeräte, Scherben aus Keramik oder Glas, Abschläge oder Werkzeuge aus Silex, Feuerstein und Stein, Geräte und Waffen aus Metallen wie Kupfer, Bronze und Eisen sein. Auch Verfärbungen des Bodens, die Hinweis auf verborgene archäologische Strukturen, z.B. Siedlungsgruben, Gräben usw. geben, sind mit dieser Methode zu erfassen.

Die Mitglieder des Arbeitskreises für Vor- und Frühgeschichte im Heimatverein für den Landkreis Augsburg e.V. führen regelmäßig Feldbegehungen durch, allein oder auch in der Gruppe. Wichtig ist, dass die gefundenen Objekte kartiert, oft auch mit GPS oder Tachymeter eingemessen werden und anschließend eine entsprechende Fundmeldung an das Landesamt für Denkmalpflege (Dienststelle Thierhaupten Tel. 08271/8157-0) gemacht wird. Natürlich muss auch der Eigentümer des jeweiligen Grundstückes informiert und mit der Begehung einverstanden sein.