Ausgrabung Markt


Das Gräberfeld von Markt wurde im April 2002 von einem Mitglied des Arbeitskreises für Vor- und Frühgeschichte im Heimatverein für den Landkreis Augsburg e.V. entdeckt. An der Abbruchkante der Tongrube Creaton war bereits ein Grab vom Bagger angeschnitten. Dunkle Verfärbungen, leuchtend rote Keramikfragmente mit einem typischen Stempelmuster und weißliche Bruchstücke von kalzinierten Knochen wiesen sofort auf einen Bestattungsplatz der Glockenbecherkultur. Insgesamt konnten 4 Gräber und zahlreiche weitere Befunde aufgedeckt werden. Drei Gräber lagen in der für die Glockenbecherkultur typischen Reihe angeordnet, das vierte Grab befand sich westlich davon.

Funde von überregionaler Bedeutung

Grab 1 erwies sich in mehrfacher Hinsicht als außergewöhnlich und von weit überregionaler Bedeutung. Regelhaft für die Glockenbecherkultur sind Körperbestattungen in seitlicher Hockerlage, in Embryonalhaltung. In Grab 1 war jedoch eine Brandbestattung und vom vermutlich weiblichen Individuum fanden sich lediglich Reste von kalzinierten Knochen. Außerdem konnten als Umgrenzung der Grabgrube hölzerne Einbauten nachgewiesen werden. Die Grabbeigaben waren nicht ins Feuer mitgegeben, sondern in der Grabgrube niedergelegt worden. Leider war dieses Grab bei Auffindung schon zur Hälfte zerstört worden, dennoch konnten noch zwei Goldbleche, zwei goldene Noppenringe, eine Silberperle, ein Kupferpfriem, 12 Bernsteinperlen und 12 Tutuli aus dünnem Goldblech geborgen werden. Tutuli aus Goldblech sind bisher singulär, einzigartig.

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Glockenbecher aus Grab 1 Markt

In Grab 1 lagen zwei Glockenbecher und ein grobkeramisches Gefäß. Einer der beiden Glockenbecher ist mit einer Höhe von 16,5 cm ungewöhnlich groß, der andere entspricht mit 12,5 cm dem Durchschnitt. Von der Gefäßform, die einer umgedrehten Glocke gleicht, wird der Name Glockenbecherkultur abgeleitet. Die Becher sind verziert. Das Stempeldekor ist in acht Zonen unterteilt,…
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Grabbeigaben aus Grab 1 Markt

Das Grab 1 von Markt enthielt eine für die Glockenbecherkultur seltene Brandbestattung, weshalb das Geschlecht der bestatteten Person nicht mehr mit Sicherheit bestimmt werden konnte. Teile des Grabes waren bei der Entdeckung bereits unbeobachtet weggebaggert worden, dennoch konnten noch Spuren von Grabeinbauten aus Holz festgestellt werden. Auch die Beigaben sind sehr außergewöhnlich für die Glockenbecherkultur.

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